22 Wochen bis Roth: Von Watt-Fallen und dem Wert der Anpassung

Die Road to Roth ist offiziell in der heißen Phase. Noch genau 22 Wochen trennen mich vom legendären Kanal und dem Solarer Berg. Wer die Challenge Roth kennt, weiß: Das Rennen wird nicht im Juli gewonnen, sondern in den dunklen, kalten Wochen davor.

Meine letzte Trainingswoche war eine echte Achterbahnfahrt zwischen „zu viel wollen“ und „smart trainieren“. Hier ist mein Recap:

Der Plan vs. die Realität

Die Woche startete intensiv. Am Dienstag standen 4×4 Minuten HIT auf dem Laufplan. Ein klassischer VO2max-Booster, der mich absolut gefordert hat. Die Lungen brannten, die Beine waren schwer – Ziel erreicht.

Laufstrecke 4x4min. HIT

Doch dann kam der Mittwoch auf dem Rad: 3x10x40/20s Intervalle. Mein Zielwert? Ambitionierte 360 Watt. Das Ergebnis: Nach nur drei Intervallen war der Ofen aus. Abbruch.

Learning Nummer 1: Manchmal ist das Ego größer als die aktuelle Regenerationsfähigkeit. Nach dem harten Lauf am Dienstag war das System schlichtweg noch nicht bereit für die nächste High-End-Belastung.

Die Kunst der Korrektur

Nach einem lockeren 40-minütigen Regenerationslauf am Donnerstag und einem soliden 50-minütigen LIT-Lauf (Low Intensity) am Samstag, stand heute der zweite Versuch der 40/20er an.

Diesmal bin ich es smarter angegangen:

  • Die Anpassung: Reduktion des Zielwerts von 360 auf 320 Watt.
  • Das Ergebnis: Nach 5 Intervallen merkte ich zwar den massiven Druck, konnte die Einheit aber mit den 320 Watt sauber zu Ende bringen.
Meine durchgezogen, aber durchwachsene Einheit

Learning Nummer 2: 320 Watt „im Sack“ sind tausendmal effektiver für die Formentwicklung als 360 Watt, die zum Abbruch führen. Die Kontinuität schlägt das Einzelhighlight.

Warum der 50min LIT-Lauf am Samstag der Schlüssel war

Oft unterschätzt man die „lockeren“ Einheiten. Der 50-minütige Lauf am Samstag war kein „leeres“ Training. Er hat meinem Bewegungsapparat geholfen, nach den harten Einheiten der Woche wieder in den Rhythmus zu finden, ohne das zentrale Nervensystem (ZNS) weiter zu grillen. Ohne diese kontrollierte, lockere Bewegung wäre die heutige Rad-Einheit vermutlich wieder gescheitert.

Fazit für Woche -22

Die Formkurve zeigt nach oben, aber die wichtigste Erkenntnis bleibt: Hör auf deinen Körper. In Roth zählt am Ende nicht, wer im Januar die höchsten Watt-Peaks hatte, sondern wer gesund und mit einer soliden Basis an der Startlinie steht.

Die Reise geht weiter. Nächste Woche stehen die Zeichen auf: Intensität ja, aber mit Verstand!

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert